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Die letzten ihrer Art

In einer Welt, in der alles größer und lauter wird, ja vielleicht sogar größer und lauter werden muss, tut sich das Kleine und Leise schwer.

Die Breitenseer Lichtspiele im 14. Wiener Gemeindebezirk sind so ein Relikt aus einer längst vergangenen Zeit als die Filmmusik nicht aus den Surround-Lautsprechern, sondern vom Klavier kam. Einmal im Monat gibt es dort Stummfilme mit live Klavierbegleitung, immer wieder Klassiker wie Winnetou – aber mit Udo Jürgens, regelmäßig Arthouse Werke und Dokumentationen junger internationaler und österreichischer Regisseure, alles, was Cineasten lieben, nur die Blockbuster Hollywoods sind hier nicht zu sehen – die bekommt Anna Nitsch-Fitz nicht von den großen Filmverleihern.

Denn die Breitenseer Lichtspiele sind das älteste Kino Österreichs, vielleicht sogar der Welt – aber klein und alt. Seit 1905 wird es bespielt. Selbst nach dem Zweiten Weltkrieg hatte es nur kurz geschlossen. Heute überlebt das Kino nur noch, weil die 78-jährige Besitzerin – Putzfrau, Kassendame und Geschäftsführerin in einer Person – selbst ihre Pension in den Kulturbetrieb steckt.

Ein Kinobesuch von Gerlinde Wallner, gesendet in der radio klassik Schwerpunktwoche über die „Letzten ihrer Art“. Die Sendung wurde mit dem Österreichischen Radiopreis 2016 ausgezeichnet (Kategorie „Bester Regionalbeitrag, Bronze).